Die Ausbildung zum Mediator
Die Ausbildung zum Mediator findet in Form einer freiwilligen Arbeitsgemeinschaft unter der Leitung Frau Cochanskis an unserer Schule statt. Teilnehmen können alle Schüler und Schülerinnen des 10.Jahrgangs. Die Ausbildung, die sich über ein Schuljahr erstreckt, findet im Blockunterricht statt. Dort erlernen wir Elemente der Gesprächsführung, Konfliktlösungsverfahren und den Schlichtungsablauf. Hierzu werden verschiedene Szenarien konstruiert, um Streitgespräche zu simulieren und zu lösen. So erhalten wir das grundlegende Know-how für unsere weiteren Tätigkeiten. Am Ende des Schuljahres wird uns die Teilnahme an der Arbeitsgemeinschaft urkundlich bescheinigt. Wegen der Verkürzung der Schulzeit des Gymnasiums von neun auf acht Jahre wird die Ausbildung in den nächsten Jahren auf die neunten Klassen ausgeweitet.
Die ausgebildeten Mentoren übernehmen nun im darauf folgenden Jahr in Gruppen von zwei bis drei Schülern eine fünfte bis achte Klasse und begleiten diese über ein bis zwei Jahre.
Während dieser Zeit sind sie nicht nur Ansprechpartner in Problemsituationen und im Schulalltag, sondern fungieren auch als Begleitpersonen auf verschiedensten Klassenveranstaltungen. Auch auf Elternabenden sind sie präsent, um aufkommende Fragen, bezüglich der Arbeit in den Klassen zu beantworten.
Die „Mentorenpause“
Diese besondere Pause findet mindestens einmal wöchentlich statt und ist ein fester Bestandteil in unserer Schule geworden. In den „Mentorenpausen“ treffen sich die Mentoren mit ihren Klassen in deren jeweiligen Klassenräumen, um eventuelle Probleme innerhalb ihrer Gemeinschaft zu lösen, mit ihnen zu reden und zu spielen, was der Bildung einer Vertrauensbasis dient.
Die Arbeit in den fünften Klassen
Die Schüler der fünften Klassen sind 10 bis 11 Jahre alt. Da sie neu an der Schule sind und sich größtenteils noch nicht untereinander kennen, müssen sie sich erst an der neuen Schule und in ihrer neuen Klasse zurechtfinden. Es gibt die in diesem Alter üblichen Streitereien („Jungs/Mädchen sind blöd!“). Zudem besteht die Gefahr, dass in der Klassenfindungsphase früh Kinder ausgegrenzt werden. Des Weiteren kommen teilweise auch Probleme in der Familie zum Tragen. Diese können Folgen der beginnenden Pubertät oder auch kultureller Herkunft sein.
Die Arbeit der Mentoren besteht darin, die Kinder in dieser schwierigen Phase zu unterstützen und ihnen den richtigen Weg aufzuzeigen. Konkret bedeutet das, dass wir schon sehr früh anfangen, mit den Kindern zusammenzuarbeiten, um schnell ihr vertrauen zu gewinnen und ein Teil der Klasse zu werden. Um die Kinder kennen zu lernen haben wir zwei Schulstunden zur Verfügung. In diesen stellen wir uns vor und versuchen die Kinder näher kennen zu lernen. Mittlerweile kommen sie meistens selbstständig mit ihren Problemen zu uns und vertrauen uns auch Sorgen und Ängste an. Hierfür ist die „Mentorenpause“, in der immer ein Großteil der Klasse anwesend ist, eine sinnvolle Einrichtung. Auch die Begleitung auf Klassenausflügen fördert das Verhältnis zwischen Mentoren und Klasse.
Die Arbeit in den sechsten Klassen
Die Arbeit mit den 12- bis 13-jährigen Sechstklässlern basiert nun weniger auf gegenseitigem Kennenlernen, da die Mentoren die Klasse zumeist schon ein Jahr begleitet haben. Von großer Bedeutung ist jedoch weiterhin, den Schülern das Gefühl zu geben, dass jemand für sie und ihre Fragen oder Probleme da ist. Denn noch ist es weiterhin notwendig, das Gemeinschaftsgefühl in der Klasse zu erhalten und zu stärken. Auch die Zusammenarbeit mit dem Klassenlehrer/in der Mentorenklasse ist bereits erprobt, sodass das zweite Jahr als Mentor schon deutlich eingespielter ist als das erste.
Die Arbeit in den siebten Klassen
Die Kinder der siebten und achten Klassen befinden sich im Alter von 13 bis 14 Jahren und in einer schwierigen Phase der Pubertät. Da an unserer Schule nach der Orientierungsstufe die Kinder in neue Klassen zusammengesetzt werden, brauchen sie eine Eingewöhnungsphase, um sich besser kennen zu lernen und durch gemeinsame Erlebnisse zu einem guten Miteinander zu finden. Wir als Mentoren haben die Aufgabe, die Kinder dabei zu unterstützen und sie auf Ausflüge zu begleiten sowie in der „Mentorenpause“ für ihre Probleme ein offenes Ohr zu haben. Außerdem besteht für sie die Möglichkeit, jederzeit zu und zu kommen. Wir finden, dass diese Aufgabe wichtig ist und für ein besseres Schulklima sorgt, zudem freuen wir uns jedes Mal aufgrund unserer Ausbildung kleinere Konflikte lösen zu können.
Die Arbeit in den achten Klassen
Wie auch in den siebten Klassen befinden sich die 13- bis 14-jährigen Achtklässler in der Pubertät und somit treten auch weiterhin altersbedingte Probleme auf. Es ist schwieriger geworden, an die Schüler heranzutreten und ihnen bei ihren Problemen zu helfen, da sie sich nicht mehr so leicht den Mentoren anvertrauen wollen. Sie sind bereits sehr selbstständig und versuchen ihre Probleme auf eigene Weise zu lösen.
Weitere Aufgabenfelder
Vorstellung der Tätigkeiten auf Schulveranstaltungen
Die Mediatoren und Mentoren stellen ihre Tätigkeiten den Eltern auf Elternabenden und anderen Schulveranstaltungen mit Hilfe einer selbst gestalteten Power-Point-Präsentation, einem selbst gedrehten Film und Erfahrungsberichten vor.
Konfliktlotsentag
Einmal jährlich findet seit 1999 in der „Mühle“ eine landesweite Fortbildung für Konfliktlotsen statt.
Seit Beginn nehmen die Mediatoren und Mentoren des Städtischen Gymnasiums daran teil und ein Team von uns hat im März 2007 die Eröffnungsrede halten dürfen und einen Workshop angeboten.
Bei dieser Veranstaltung werden den Jugendlichen verschiedene Workshops zur Weiterbildung angeboten, bei denen sie sich mit anderen Konfliktlotsen aus ganz Schleswig-Holstein austauschen können.
Bestandteil eines Workshops ist hierbei häufig, dass die Teilnehmer sich zu Gesprächsrunden zusammenfinden und Rollenspiele vorbereiten, in denen schwierige Situationen nachgestellt und besprochen werden.
Am Ende des Tages werden die ausgearbeiteten Ergebnisse der einzelnen Gruppen zusammengetragen und vorgestellt. Dadurch erhält jeder einen Einblick in die Arbeit der jeweils anderen. Der Konfliktlotsentag wird, wie jede andere Fortbildung in der „Mühle“, durch eine Urkunde bescheinigt.

